Von der Maslow-Pyramide zur Kleemann-Sanduhr

Wie die Pandemie die Maslow-Pyramide zu einer Sanduhr umgestellt hat.

 

Keiner ist an der Pandemie vorbei gekommen. Jeden hat die sie anders beeinflusst. Dabei macht jeder unterschiedliche Erfahrungen. Ein Rückblick kann gut dafür sein, sich selbst klar zu machen, was das Jahr 2020 für uns verändert hat. Daher nehme ich mir die Zeit, für mich selbst zu realisieren, wie sich meine und die Welt der anderen geändert hat und weiterhin noch ändern wird.

 

Die Grundlagen der Bedürfnis-Pyramide durch Maslow

 

Ich hatte im Lockdown Zeit mich mit Konzepten und Ideen zu beschäftigen. Als ich mir die Maslow-Pyramide vorgenommen habe, ist mir etwas aufgefallen. Die typische Darstellung und Inhalte sehen wie folgt aus (siehe Abb. 1).

Hierzu muss erklärt werden, dass das Modell als erster Entwurf im Jahre 1943 das Licht der Welt erblickt (Maslow 1943 unter dem Titel A Theory of Human Motivation im Psychological Review). 

Unter den Umgebungsbedingungen von Krieg und Angst ergibt die Darstellung absolut Sinn. Denn da erfahren wir erst einmal, was Defizite wirklich sind. Uns ist der Mangel an Nahrung, Sicherheit und sozialer Gebundenheit in einer Kriegslage omnipräsent und daher bildet der Erhalt dieser Strukturen die Grundlage unserer Existenz (siehe Abb. 1).

Seit dieser Zeit ist natürlich sehr viel passiert und auch wir Menschen entwickeln uns weiter und dabei werden neue Bedürfnisse geweckt. Diese werden in der ursprünglichen Maslow-Pyramide nicht betrachtet.

Hierzu ist es wichtig meine Perspektive zu betrachten. Ich, die 1984 in der DDR geboren wurde, nie einen Krieg erlebt hat, keine Masseninflation kennt, immer Essen auf dem Tisch und ein Dach über dem Kopf hatte. Das gibt mir eine völlig andere Perspektive. In Deutschland haben wir seit nunmehr 75 Jahren keinen Krieg mehr erlebt und das ist eine ausgezeichnete Leistung. Des Weiteren hat die Digitalisierung in den letzten 20 Jahren enorm viel verändert und das konnte noch gar nicht mit bedacht werden.

 

In Anlehnung an die Maslow-Pyramide stellen sich mir die folgenden Fragen:

 

  1. Was ändert sich in Zeiten von Frieden?
  2. Wie nehme ich meine Bedürfnisse war, wenn viele kontinuierlich befriedigt werden können?
  3. Was sind meine Entwicklungspotenziale?

 

Mit diesen Fragen begann die Spirale abwärts. Denn dann dachte ich nur: „Da leben wir also in Frieden vor uns hin und können die Augen vor der Welt verschließen. Gleichzeitig gönnen wir anderen, die sich wünschen, dass es ihnen irgendwann genauso gut geht wie uns, nicht mal die Butter auf dem Brot aka das Smartphone in der Tasche auf der Flüchtlingswanderung nach Deutschland.“ Die Pandemie macht es nun zunehmend schwer, seine Augen zu verschließen.

 

 

Und dann wird der Frieden gestört. Was bitte denkt sich diese Pandemie?

 

Ich habe mir mal die Zeit genommen und alle mir wesentlich erscheinenden Begriffe und Tätigkeiten aus dem Lockdown Jahr 2020 raus genommen und versucht, sie in die Pyramide einzupflegen.

 

Das kannst du ebenfalls mal tun, mal schauen, was deine Pyramide von sich gibt. Folgende Fragen können dir dabei helfen:

 

  1. Was war mir während der Pandemie wichtig?
  2. Welche Einschränkungen habe ich erlebt?
  3. Wie viel Klopapier brauche ich wirklich?
  4. Habe ich neue Bedürfnisse in mir entdeckt?
  5. Worauf habe ich vor allem Wert gelegt?
  6. Ging es mir schlecht?
  7. Habe ich irgendwas vermisst? Wenn ja, was war das?
  8. Wie geht es mir gerade momentan?

 

 

Für mich ergab sich die Erkenntnis, dass das Eintragen in eine Pyramide nicht wirklich klappt. Selbst, als ich Ebenen dazu packte und umsortiere, irgendetwas stimmte da einfach nicht.

Dann habe ich mich gefragt: wenn ich jedem Begriff oder Thema hier einem Massenverhältnis zuordne, was passiert dann? (siehe Abb. 2) Also je breiter der Streifen pro Begriff desto wichtiger, massiger, unentbehrlicher ist dieser für mich.

Dabei ist mir aufgefallen, dass das was mir bisher immer störend in der Maslow-Pyramide aufgefallen ist, auch hier zutrifft. Die Grundbedürfnisse, werden als breites Fundament dargestellt und die Selbstverwirklichung als kleine Spitze. Das liegt, meiner Meinung nach, wie oben bereits erwähnt an der Tatsache, dass ich eben nie einen Krieg erlebt habe, ich nie ohne Essen auskommen musste und immer eine Arbeit hatte.

Mein erster Entwurf hat mir so mäßig gefallen, irgendetwas fehlte. Ich konnte bereits die Form einer Sanduhr erkennen, doch habe ich den Verbindungspunkt vermisst. Denn eine Sanduhr ist ja in dieser Abbildung auch nichts anderes, als das Zusammenfügen von zwei Pyramiden, die sich an der Spitze berühren.

 

Die Fragen, die sich mir bei dem Prozess stellten, waren:

 

  1. Welcher Link liegt zwischen der zunehmenden Digitalisierung und dem Modell der Bedürfnis-Pyramide?
  2. Was sind die Dinge, ohne die ich oder auch andere Menschen gar nicht leben können?
  3. Worauf möchte ich in meinem Leben auf gar keinen Fall verzichten?
  4. Was sorgt dafür, dass wir zur Arbeit gehen können?
  5. Was sorgt dafür, dass wir essen können?
  6. Was sorgt dafür, dass wir Ideen umsetzen können?

 

Unsere Gesundheit! Kein anderes Gut, ist so wichtig wie die eigene Gesundheit. Erst wenn wir gesund sind, können wir Wasser und Nahrung aufnehmen. Erst wenn wir gesund sind, können wir ohne Probleme für unsere Wohnung, Arbeit und Familie das Einkommen einbringen. Erst wenn wir gesund sind, haben wir Interesse Freunde zu besuchen und soziale Kontakte zu pflegen. Erst wenn wir gesund sind, können wir das volle Potenzial zu unserer Selbstverwirklichung komplett ausleben.

Gleichzeitig bildet die Gesundheit oder im Gegenwert die Krankheit den „Flaschenhals“ in der Sanduhr. Wenn die Krankheit oder Störungen im System überwiegen, können wir alle darauf aufgelagerten Bestandteile nur noch schwer bis gar nicht umsetzen.

 

Die Sanduhr unter der Lupe

 

Schauen wir uns einmal die untere Pyramide an (siehe Abb. 3). Was finden wir denn da? Irgendwie hat sich über die letzten 40 Jahre etwas verändert. Hat sich hier eine neue Struktur entwickelt oder vermeintlich selbst definiert?

Wir haben einen unfassbar hohen Energiebedarf entwickelt. Kaum ein Mensch kann noch ohne Elektrizität auskommen, versuch mal einem Menschen sein Smartphone weg zu nehmen! Das ist zwar ein toller super Computer, doch ohne Strom ist er nutzlos. Ich habe schon Leute ausrasten sehen, weil der Akku leer war. Ich nenne sowas ja schlechtes Zeit- und Selbstmanagement.

Im Lockdown kam das neue Wort „Systemrelevanz“ auf. Es ist eine Form der Einteilung von Menschen und eine neue Form der Abwertung von Menschen. Leider haben ich auch im zweiten Lockdown die medizinischen Fachkräfte, nicht mehr Geld, Anerkennung, Zeit oder Freizeit bekommen sehen, das wäre einmal eine löbliche Veränderung gewesen. Aus meiner Perspektive gab es keine Veränderung für sie.

Ich hingegen und meine Arbeit sind nach der Aussage der Regierung nicht systemrelevant, was ist, wenn ich dir sage, dass ich das doch bin! So wie jeder einzelne Mensch auf dieser Welt. Für mich gab es Veränderungen und die habe ich als positiv wahrgenommen, denn durch die zunehmende Digitalisierung in den Unternehmen, hatte ich in meiner Tätigkeit auf einmal mehr Zeit. Mehr Zeit für mich, mehr Zeit für Konzepte und mehr Zeit für Kreativität.

Um ein System aufrecht zu erhalten, braucht es immer Energie. Für uns, in unserer heutigen Lage, bedeutet das vor allem viel Elektrizität. Diese wird momentan in eine global umspannende Vernetzung eingespeist, das Internet. Ohne die Entwicklung des Internets müssten wir immer noch in Läden gehen, um Dinge zu kaufen. Wir müssten Verabredungen einhalten, die wir getroffen haben, da ich nicht 5 min vorher schnell absagen kann. Wir müssten, müssten, müssten …  OK, Drama bei Seite, wir müssen ja gar nichts.

Ich habe immer die Wahl und entscheide selbst was ich mache. Ich kann immer noch in Läden einkaufen gehen oder dafür das Internet nutzen. Entscheidend ist, dass ich durch die Nutzung von Elektrizität und dem Internet noch viel mehr Auswahl habe. Was mache ich heute? Wie mache ich es? Wer darf daran teilhaben?

Das führt mich zu meinem nächsten Punkt. Wie organisieren wir eine Teilhabe in unserer Gesellschaft? Wie verdienen wir Geld? Wie geben wir es wieder aus? Wie nutzen wir unsere Rechte? Wie leben wir eigentlich? Das Internet hat viel verändert, die Digitalisierung schreitet voran und je schneller sie wird, desto mehr wird entwickelt. Wieder haben wir mehr Auswahl.

Doch nichts gegen, das Internet. Denn ohne das Internet hätte es nie die Entwicklung der Blockchain gegeben. Wer nicht weiß, was die Blockchain ist. Hier ein Link und von mir die Ansage: „Lebst du unter einem Stein?“ Das wollte ich schon immer mal zu anderen sagen!

Die Blockchain bildet das grundlegende Ökosystem für ein neues monetäres dezentrales System, eine neue Form und Möglichkeit der Autonomie und dem Umgang mit unseren eigenen Ressourcen. Daher hat sie es auch in „meine“ Sanduhr geschafft. Auf ihr wird ein neues System von Vertrauen als Protokoll aufgebaut, diese werden in Lösungen wie DeFi und Smart Contracts umgesetzt.

Dies ist aber nur der Anfang, denn auch heute gibt es bereits Blockchain-basierende Wertschöpfungsketten z.B für das Tracking von Medikamenten, die u.a. eine Kühlkette benötigen und wo alles über ein Blockchain-App kontrolliert wird, so dass die Mindestkühlleistung nicht überschritten wird.

Hier entsteht bereits die Verknüpfung zur Gesundheit. Die Verbindungsstelle, die mir ja noch fehlte. Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten. Die Frage ist eher, wie werden wir sie für uns nutzen?

Die Gesundheit ist das non plus ultra. Ein riesiger Markt auf diesem Planeten, die Muse vieler Sci-Fi Filme und unsere Basis für den zukünftigen Dienstleistungssektor. Jede Krankenakte, jede Information ist unendlich viel Geld wert. Das Handeln mit Daten, das Handeln mit unserer Gesundheit ist ein Milliardenmarkt. Oder was denkst du, passiert in deinem Fitband?

 

Gesundheit ist das schwächste Glied in der Kette.

 

Nicht erst durch die Pandemie, doch definitiv einmal mehr in den Fokus gerückt durch die selbige, zeigt sich, wie wichtig unsere Gesundheit ist. Wir können nicht ohne sie und daher ist sie das schwächste Glied in der Kette.

 

Die Frage lautet also:

Was kannst du für dich und deine Gesundheit bereits heute tun?

 

Meine Sanduhr ist eine Gedankenkette von meinem Verständnis. Deine Sanduhr oder deine Maslow-Pyramide können völlig anders aussehen und andere Begriffe, Tätigkeiten oder Bedürfnisse enthalten. Alles ist erlaubt, alles geht. Wichtig ist, dass du anfängst zu reflektieren und zu handeln.

 

 

 

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